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Medizin

Die Medizin (lat. ars medicina, ärztliche Kunst) ist eine „Wissenschaft vom gesunden und kranken Menschen, von den Ursachen, Wirkungen und der Vorbeugung und Heilung der Krankheiten“.1

Medizin ist „Heilkunst“, „Heilkunde“ und „ärztliche Wissenschaft“.2

Beide Definitionen zeigen, dass Medizin keine Naturwissenschaft ist. Die „Gegenstände“ der medizinischen Wissenschaften sind „gesunde und kranke Menschen“.

Jeder Mensch hat drei Besonderheiten:

  • Gesundheit und Krankheit betreffen körperliche, vegetative, psychosomatische, psychische, soziale und geistige Bereiche.
  • Viele dieser Bereiche sind subjektiv und nicht messbar.
  • Alle Menschen reagieren unterschiedlich.

Aufgrund dieser Unwägbarkeiten sowie dem individuellen Ansprechen der Patienten auf Medikamente und andere Therapien kann Medizin nicht als exakte Naturwissenschaft betrieben werden.
 

Medizinische wissenschaft

Die medizinische Wissenschaft ist mehr als Naturwissenschaft.3

Die Medizin nutzt naturwissenschaftliche Methoden, z.B. Laborwerte, EKG und Röntgen in der Diagnostik und chemische Verfahren in der Arzneimittelherstellung. Allerdings muss jeder Befund gedeutet werden. Die Interpretation der Befunde und Verordnung von Medikamenten ist nur mit „klinischer Erfahrung“ möglich.

Die Medizin verwendet Methoden der Physik, Chemie, Biologie, Psychologie, Sozialwissenschaften und vieler anderer Fachgebiete, die für die Anwendung in der Praxis nach empirischen Regeln abgeändert werden.4 Professor Johannes Köbberling, Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin II an der Universität Witten/Herdecke und Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft wies darauf hin, dass die Medizin häufig nach ganz anderen Methoden als die exakte Naturwissenschaft vorgeht. Daher darf Wissenschaft in der Medizin keinesfalls allein als Naturwissenschaft verstanden werden:3

Die Gleichsetzung von medizinischer Wissenschaft und Naturwissenschaft „wäre nicht nur falsch, sondern dem Wissenschaftsgedanken sogar abträglich.“
 

Definition

Medizinische Wissenschaft ist die Gesamtheit von Wissenschaftsgebieten, die mit naturwissenschaftlichen, klinischen und epidemiologischen Methoden versuchen, den Gesundheitszustand durch Diagnostik, Therapie, Prophylaxe, Rehabilitation und Nachsorge zu verbessern. Wissenschaft in der Medizin ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Wissensbereiche:5

„Der Bereich der medizinischen Wissenschaft insgesamt umfasst den Menschen und die Faktoren seiner natürlichen sozialen Umwelt in ihrer Wechselwirkung und erstreckt sich von den molekularen Grundlagen des Lebens über die Integrationsniveaus des Organismus (Zelle, Gewebe, Organ, Organsystem) bis zu den psychischen Funktionen und dem sozialen Beziehungsgefüge. Die medizinische Wissenschaft stützt sich auf Mathematik und Kybernetik, Physik und Chemie und ist mit ihren naturwissenschaftlichen Bestandteilen in die Biowissenschaft einbezogen. Als Wissenschaft vom Menschen ist sie mit anderen Humanwissenschaften (Anthropologie, Psychologie, Ethik u.a.) eng verbunden.“
 

Integrative Wissenschaft

Medizin ist eine Kombination vieler Wissensgebiete:6,7

„Die Medizin ist eine integrative Wissenschaft. Sie erfordert Kenntnisse aus vielen anderen Bereichen der Wissenschaft. Dazu zählen insbesondere Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Psychologie. In wachsendem Umfang sind auch Kenntnisse aus Computerwissenschaften, Rechtswissenschaften, Soziologie und Ökologie erforderlich. Philosophie und darunter vor allem Erkenntnistheorie und Ethik sind von großer Bedeutung für alle Wissenschaft Treibenden und natürlich auch für den Mediziner.“
 

praktische wissenschaft

Der Freiburger Privatgelehrte in Philosophie und Sozialwissenschaften und Heilpraktiker für Klassische Homöopathie Wolfgang Würger machte deutlich, warum die Medizin eine „praktische Wissenschaft“ ist:8

Alle Arten der Medizin gehören zur „Wissenschaftsfamilie“ der praktischen Wissenschaften.

Praktische Wissenschaften können nicht als Naturwissenschaft ausgeübt werden. Sogar die „Schulmedizin“ ist keine angewandte Naturwissenschaft, weil in der Medizin keine einfache Anwendung von Wissen erfolgt, sondern individuelle Deutungen, Interpretationen und Urteilskraft erforderlich sind, um das allgemeine medizinische Wissen auf den Einzelfall zu beziehen.

Theoretische Wissenschaften haben das Ziel, „Wissen“ zu gewinnen, als überprüfbare und überprüfte Sätze zu formulieren und zu einer Theorie zusammenzuführen. Dabei geht es primär um Erkenntnis. Die Anwendung in der Praxis hält sich exakt an die theoretischen Vorgaben.

Praktische Wissenschaften streben „Handlungen“ an, um praktische Ziele zu erreichen. So geht es in der Medizin primär nicht um Erkenntnis, sondern um Handlungen, die erkrankten Menschen Heilung oder Linderung verschaffen sollen.

Das Handeln in der Praxis hält sich nicht exakt an die Theorie. Zwischen Theoriewissen und Anwendung klafft eine Lücke („Hiatus theoreticus“). Diese Kluft kann durch theoretisches Wissen nicht überbrückt werden. Keine Theorie und kein wissenschaftliches Konzept können exakt angeben, wie unter allen Praxisbedingungen zu handeln ist. Der Sprung von der Theorie zur Praxis ist nur mit menschlicher Urteilskraft möglich.

„Handeln“ meint in der Medizin einen sehr weiten Bereich, wie der Direktor der Abteilung für Nieren- und Hochdruckkranke am Universitätsklinikum Essen Professor Klaus Dietrich Bock erklärte:4

„Der Begriff ‚Medizin’ (Heilkunde), genauer ‚Humanmedizin’, umfasst im weitesten Sinne alle Handlungen, die zur Erkennung, zur Behandlung, wenn möglich Heilung und zur Vorbeugung von Krankheiten des Menschen unternommen werden.“
 

Handlungswissenschaft

In der Medizin geht es „primär nicht um Wissen, sondern um begründetes Handeln“.9

Können geht vor Wissen:8

„ln der Medizin steht das Können im Vordergrund, nicht das Wissen, und das Können unterliegt nicht, wie das Wissen, situationsunabhängigen Wahrheitskriterien, sondern situationsabhängigen Erfolgskriterien. Medizin als Kunst kann in diesem Sinne als verfügbares Können verstanden werden, das im individuellen Bedarfsfalle abgerufen und unter Anleitung der Urteilskraft eingesetzt werden kann.“
 

Handlungsprimat

Die Medizin sammelt nicht Wissen um des Wissens willen, sondern unterliegt einem „Handlungsprimat“. Das bedeutet: Das Handeln hat eine Vorrangstellung gegenüber der Theorie. Jede Behandlungssituation erfordert Maßnahmen, auch wenn die vorhandenen Daten noch so gering, unsicher und unvollständig sind. Dieser „Imperativ“ zu helfen oder es wenigstens zu versuchen ist Kernaufgabe der praktischen Wissenschaften.8

Daher akzeptiert man in der Medizin auch wissenschaftliche Mängel, z.B. eine unvollständige Datenlage oder geringe wissenschaftliche Bestätigung. Denn es geht nicht um eine Optimierung des Theoriewissens, sondern darum, leidenden Menschen zu helfen. Die Qualität medizinischer Behandlungen wird daher nicht rein theoretisch, sondern danach beurteilt, ob man die praktischen Handlungen ausreichend begründen kann.

Die Medizin verwendet „unschärfere“ Wissenschaftskriterien als die theoretischen Wissenschaften:10

„Auch mit einem System von Krankheitsbegriffen, das mancherlei Mängel aufweist, kann gute Medizin praktiziert werden.“
 

Handlungswissen

Handlungswissen6 ist etwas anderes als exaktes naturwissenschaftliches oder zweifelsfreies mathematisches Wissen und kann auch von Übung oder Geschicklichkeit des Einzelnen und anderen persönlichen Fähigkeiten abhängen.

Jede medizinische Behandlung erfordert die Beachtung von Gesetzmäßigkeiten und Regelwerken, um eine Diagnose zu stellen und eine optimale Therapie für den Patienten auszuwählen. Dabei gibt es viele Unsicherheiten, die im Vergleich mit ähnlichen Fällen und durch Abschätzen von Wahrscheinlichkeiten eingegrenzt werden:9

„Der Arzt hat es in seiner Praxis mit dem Einzelfall zu tun. Er muss in Situationen, die ihm genau so noch nie begegnet sind und nie wieder begegnen werden, handeln. Wissenschaftlich handelt der Arzt, wenn er seine Handlungen begründen kann. Dazu muss er die Subsumtion des Einzelfalles unter ein allgemeines Regelwerk begründen können.“

Diese „Subsumtion“, d.h. die Unterordnung der Beobachtungen und Befunde des Einzelfalles unter das vorhandene Regelwissen ist die entscheidende wissenschaftliche Aufgabe des Arztes oder Therapeuten. Das bedeutet: Die „Behandlung“ kranker Menschen erfolgt durch sachkundige Anwendung des durch klinische Erfahrung erworbenen und permanent erweiterten, reflektierten und optimierten Handlungswissens.

Medizin ist eine praktische Wissenschaft, Handlungswissenschaft, Anwendungswissenschaft4 und Entscheidungswissenschaft.8
 

Entscheidungswissenschaft

Medizinisches Handeln beruht auf Entscheidungen.

Entscheidungen sind erforderlich, weil Wissen zum Teil immer theoretisch bleibt, Handeln aber real ist und reale Folgen hat und daher sorgfältig abgewogen werden muss:8
 

Wissen

Wissen soll bestätigt und abgesichert werden. Wissenschaftliches Wissen ist aber meistens statistisch oder auf Annahmen beruhendes probabilistisches (lat. probabilis = glaublich, wahrscheinlich), d.h. „wahrscheinliches“ Wissen und bleibt damit hypothetischer Natur, also „Vermutungswissen“.

Da wissenschaftliches Wissen also „nicht über einen hypothetischen Status hinauszugelangen vermag“, bleibt es teilweise theoretisch. Aus diesem Grund kann Wissen umformuliert, verändert, angepasst oder aufgegeben werden.

Wissenschaftliches Wissen ist unvollständig, unbeständig und veränderlich.
 

Handeln

Handeln erfolgt aufgrund ausreichender „Legitimation“, also guten und überzeugenden Gründen. Dafür ist Wissen erforderlich. Allerdings können Entscheidungen nicht alleine aus dem vorhandenen Wissen abgeleitet werden, sondern benötigen eine dritte Komponente: Die menschliche und fachliche Urteilskraft.

Handeln orientiert sich an verbindlichen Werten, z.B. Abwägen von Nutzen und Schaden, Bewertung individueller Gesundheits- oder Krankheitszustände8 sowie die Wünsche des Patienten. Obwohl diese Grundlagen sehr hypothetisch sind, ist das Handeln nicht hypothetisch, sondern hat reale Auswirkungen.

Aufgrund der komplexen Verhältnisse zwischen Wissen und Praxis erfordert medizinisches Handeln persönliche „Abwägungen“ und „Entscheidungen“. Die wissenschaftlichen Grundlagen und medizinischen Gesetzmäßigkeiten müssen dem Behandler nicht genau bekannt sein, um gut begründet „wissenschaftlich“ zu handeln. So wie ein Techniker, der einen Stromkreis richtig anschließt, kein Experte in der Theorie der Elektrizität sein muss:6

Wissenschaftliche Grundlagen und medizinische Gesetzmäßigkeiten müssen nicht genau bekannt sein, um „wissenschaftlich“ zu handeln.
 

ärztliche wissenschaft

Medizin ist Heilkunst, Heilkunde und „ärztliche Wissenschaft“.2

Österreichische Ärzte sind durch das Ärztegesetz verpflichtet, das Wohl der Kranken und den Schutz der Gesunden „nach Maßgabe der ärztlichen Wissenschaft und Erfahrung“ zu wahren:11 

     „Behandlung der Kranken und Betreuung der Gesunden

§ 49. (1) Ein Arzt ist verpflichtet, jeden von ihm in ärztliche Beratung oder Behandlung übernommenen Gesunden und Kranken ohne Unterschied der Person gewissenhaft zu betreuen. Er hat sich laufend im Rahmen anerkannter Fortbildungsprogramme der Ärztekammern ... fortzubilden und nach Maßgabe der ärztlichen Wissenschaft und Erfahrung ... das Wohl der Kranken und den Schutz der Gesunden zu wahren.“

Das ist das Wesen des Arztberufes.

Ärzte werden an medizinischen Universitäten ausgebildet. Fortbildung erfolgt durch die Ärztekammer und nicht an naturwissenschaftlichen Fakultäten. Diese wissenschaftlichen und gesetzlichen Vorgaben bestimmen das ärztliche Handeln.
 

Erfahrung

Klinische „Erfahrung“ ist eine unabdingbare Voraussetzung für wissenschaftliches Handeln in der medizinischen Praxis.

Für die Medizin gilt, dass wissenschaftliche Erkenntnis vorwiegend auf „Erfahrung“ und damit auf „Empirie“ beruht. Medizinische Forschung geht von Hypothesen aus, wenn Aussagen über Behandlungen oder den erwartenden Heilerfolg gemacht werden. Die Richtigkeit dieser Annahmen wird durch systematische Erfassung „empirischer Daten“ überprüft. Dabei sind Fehler möglich, die durch geeignete Kontrollen minimiert werden sollen. Allerdings kann man nie sicher sein, alle Fehler kontrolliert zu haben. Die „Validität“, d.h. die Gültigkeit einer Untersuchung kann niemals perfekt sein.12
 

Empirie

Empirie (griech. empeiría = Erfahrung, Erfahrungswissen) ist das methodisch-systematische Sammeln von Daten. Die Erkenntnisse aus empirischen Daten werden ebenfalls kurz „Empirie“ genannt.13

Empirie und empirisches Wissen stehen im Gegensatz zu Theorie und theoretischem Wissen und können von Evidenz und evidentem Wissen, sofern ein Sachverhalt direkt ersichtlich ist, abgegrenzt werden. Weiters wird Empirie allgemein mit „Erfahrung“ übersetzt, wobei besonders die unmittelbare Wahrnehmung als Sinneserfahrung gemeint sein kann, alles, was durch die äußeren Sinne erfahrbar ist.14

Es ist wichtig, die in der Wissenschaft verwendeten Begriffe verbindlich zu definieren. „Empirie“ und „empirisches Wissen“ meinen auf „Erfahrung und Daten“ beruhendes Wissen, das systematisch gesammelt und methodisch ausgewertet wurde:14

„Empirische Untersuchungen beziehen sich darauf, wie die Dinge ablaufen. Das bloße Sammeln von Tatsachen reicht jedoch nicht aus. Vielmehr liegt eine empirische Untersuchung darin begründet, Tatsachen ihrer Bedeutung nach zu interpretieren.“

Der Begriff „Empirie“ steht bei jeder als „wissenschaftlich“ im neuzeitlichen Sinn geltenden Medizin im „Zentrum des Wissenschaftsmodells“:15

„Eine empiristische Wissenschaftsauffassung wird bestimmt durch Begriffe wie Experiment, Beobachtung, Erfahrung, Induktion und Deduktion.“

Diese Begriffe haben in der Medizin und in anderen Wissenschaften unterschiedliche Bedeutungen, um innerhalb der jeweiligen Paradigmen einen bestimmten Sinn zu entfalten.
 

Experiment

Die Empirie vermittelt zwischen Theorie und Praxis.

Die Verknüpfung von Theorie und Praxis erfolgt in der Medizin durch wiederholte Kreisläufe von Theorie und Experiment. Ausgangspunkt ist meist ein „Problem“: Eine medizinische Fragestellung oder Beobachtungen oder Messungen, die nicht zur Theorie passen. Dann werden Daten systematisch gesammelt und interpretiert, um eine theoretische Erklärung zu finden. Daraus kann eine Hypothese formuliert und später ein Modell gebildet werden.

Die Prüfung der Theorien, Hypothesen und Modelle erfolgt durch Experimente und Studien. Diese ergeben wiederum Beobachtungen und Messungen, die interpretiert werden, um theoretische Erklärungen zu finden. Damit kann die Hypothese geprüft, korrigiert oder eine neue Hypothese aufgestellt werden, die wiederum durch Experimente geprüft werden muss, um Fehler auszuschließen.16

Die Experimente finden aber nicht unter realen, sondern künstlichen Bedingungen statt, um statistisch aussagekräftige und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten:15

„Das Experiment ist eine planmäßige Herbeiführung von Umständen mit der Absicht, über Beobachtungen wissenschaftliche Erfahrungen zu sammeln und zu überprüfen. Für alle Wissenschaften, die auf Erfahrung basieren, ist es das wichtigste Mittel zur Wissensgewinnung.“

Das zeigt den empirischen Charakter der Forschung.

Es werden Beobachtungen gemacht, die mit Hilfe der Erfahrung bewertet werden, um Hypothesen zu formulieren. Diese Annahmen werden durch Experimente unter künstlichen Bedingungen geprüft, deren Ergebnisse wiederum auf Grundlage der Erfahrung interpretiert werden. Die Datenauswahl und Begrenztheit der vorhandenen technischen Untersuchungsmethoden und statistischen Verfahren, sowie die Unmöglichkeit, alle Fehlerquellen zu kennen und zu korrigieren sind Gründe, warum die Wirklichkeit wissenschaftlich nicht exakt erfasst werden kann. Das gilt besonders für den klinischen Bereich und therapeutische Entscheidungen in der Praxis, die von der Datenauswahl, klinischen Erfahrung und den individuellen Wünschen der Patienten abhängig sind.
 

Weitere Informationen

Heilkunst
Wissenschaftlichkeit
Evidenzbasierte Medizin
Studien
 

Fazit

Medizin ist Wissenschaft, Heilkunde und Heilkunst.

  1. Medizin ist keine theoretische Naturwissenschaft, sondern eine praktische Wissenschaft.
  2. Medizin ist integrative Wissenschaft, Handlungswissenschaft, Anwendungswissenschaft, Entscheidungswissenschaft und ärztliche Wissenschaft.
  3. „Gegenstand“ der medizinischen Wissenschaften ist der gesunde und kranke Mensch.
  4. Medizin unterliegt einem „Handlungsprimat“: Begründetes Handeln hat Vorrang gegenüber theoretischem Wissen.
  5. Die Qualität medizinischer Behandlungen wird nicht theoretisch beurteilt, sondern daran gemessen, ob die praktischen Handlungen ausreichend begründet sind.
  6. Medizin verwendet „unscharfe“ Wissenschaftskriterien. Mit vereinfachenden und sogar mangelhaften Krankheitsbegriffen kann gute Medizin praktiziert werden. Wissenschaftliche Grundlagen müssen nicht genau bekannt sein, um wissenschaftlich begründet zu handeln.
  7. Der Begriff „Empirie“ steht im Zentrum der medizinischen Wissenschaftsmodelle. Medizin beruht auf empirischen Wirknachweisen. 
     

Literatur

  1. Pschyrembel 2007
  2. Springer Lexikon Medizin 2004
  3. Köbberling 2005
  4. Bock 1993
  5. Zetkin, Schaldach 1999
  6. Kundi 2016
  7. Horn, Buchberger 2016
  8. Würger 2013
  9. Wischner 2010
  10. Wieland 1975
  11. Österreichisches Ärztegesetz 2017
  12. Wölk 2016
  13. Wikipedia 2017
  14. Online Lexikon Psychologie und Pädagogik 2017
  15. Würger 2011
  16. Böhm 1998
     

PDF

PDF mit Literaturangaben

 


Startversion: 5.8.2017     
Autor: Friedrich Dellmour