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Diskussion > Schwächen der Homöopathen

Schwächen der Homöopathen

Seit Entdeckung der Homöopathie stehen die wissenschaftlichen Bereiche der homöopathischen Medizin und Pharmazie in einem ständigen Prozess der Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung.

Die meisten Homöopathen sind allerdings Praktiker ohne spezielle wissenschaftliche Ausbildung. Deshalb sind nicht alle Aussagen von Homöopathen wissenschaftlich korrekt.
 

Wissenschaft

Die Begriffe und Methoden der homöopathischen Medizin sind an das Paradigma der Homöopathie gebunden.

Seit ihren Anfängen haben verschiedene Strömungen immer wieder versucht, die Homöopathie mit fremden Konzepten zu „erklären“.

Das ist bei der „pragmatischen Homöopathie“ der Fall, in der schulmedizinische und naturwissenschaftliche Wissenschaftskonzepte vermischt werden.1 Naturwissenschaftliche Richtungen der Homöopathie gab es schon immer. Dazu gehören die Versuche, die Homöopathie mit Quantenphysik und Chaostheorie zu erklären.

Diese Ansätze sind wissenschaftstheoretisch nicht zulässig und durch physikalische oder medizinische Experimente nicht belegt. Es handelt sich dabei um Deutungen und mathematischen Berechnungen, die nicht evidenzbasiert sind.

  • Wer die Homöopathie mit fremden Konzepten erklärt, verlässt die wissenschaftlichen Grundlagen der Homöopathie.
     

Zeitgeist

Manche Homöopathen sind „alternativ“ eingestellt.

Sie betrachten die Homöopathie als Alternative zur technisch-wissenschaftlichen Medizin und als Antwort auf eine übertechnisierte Welt, in welcher der einzelne Mensch immer weniger zählt.

Einige Homöopathen haben die konservativen Weltbilder verlassen und sich der Philosophie, Spiritualität und östlichen Religionen geöffnet. Dadurch sind unter Homöopathen gelegentlich auch philosophische, spirituelle, mythologische, magische, esoterische sowie meditative und spiritistische Aussagen zu hören.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass es die Sichtweise der Magie ist, alles als „verbunden“ anzunehmen. Magisch eingestellte Menschen inkludieren alles und damit auch die Homöopathie in ihre magische Weltsicht.
 

Homöopathie ist neutral

Eine Vermischung der Homöopathie mit magischen Praktiken und esoterischen Inhalten bedeutet nicht, dass die Homöopathie „magisch“, „spirituell“ oder „esoterisch“ wäre.

Die homöopathische Medizin ist geistlich neutral. Die Homöopathie ist eine medizinische Methode, die sich an körperlichen und psychischen Symptomen kranker Menschen orientiert und Arzneimittel verordnet, die ähnliche Symptome an Gesunden auslösen.

Die Grundlagen der homöopathischen Behandlung sind Beobachtung und das Gespräch mit dem Patienten. Darüber hinausgehende Spekulationen und Interpretationen sind nicht Gegenstand der Homöopathie nach Hahnemann.

Die Homöopathie ist Regulationsmedizin.

  • Homöopathie ist keine „Energiemedizin“, weil dabei keine Energien übertragen werden.
  • Homöopathie ist keine „spirituelle Heilmethode“.
     

Neue Strömungen

Es gibt zeitgeistige Strömungen innerhalb der Homöopathie.

Diese neuen Strömungen verbinden psychologische, philosophische und spirituelle Sichtweisen mit Homöopathie und gehen über die rationalen Grundlagen der Homöopathie hinaus. Manche dieser Methoden sind experimentell. Einige der neuen Richtungen haben den Boden der rationalen Medizin verlassen. Sie entsprechen weder den historischen noch den wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Homöopathie.

  • Dabei handelt es sich um persönliche Meinungen und Deutungen, die keinen wissenschaftlichen Anspruch haben.
  • Diese Entwicklung wird von Vertretern der Klassischen Homöopathie scharf kritisiert.
     

Weltbilder

Manche Behandler und Patienten sehen die Homöopathie als „alleinige wahre Heilmethode“ oder bauen die Homöopathie in ihr Weltbild ein.

Das ist realitätsfern.

  • Homöopathie ist keine Allheilmethode und kein Religionsersatz.
  • Homöopathie bietet keine Grundlage für eine vernünftige Philosophie.
     

Fazit

Homöopathie ist Medizin, Komplementärmedizin und Ganzheitsmedizin.

Die Homöopathie hat ein definiertes wissenschaftliches Paradigma.

Die Homöopathie orientiert sich ausschließlich am körperlich-psychischen Beschwerdemuster des Kranken und vergleicht dessen Symptome mit Symptomenmustern, die homöopathische Arzneimittel an Gesunden ausgelöst haben.

Damit kann die Homöopathie aus wissenschaftstheoretischen Gründen weder naturwissenschaftlich noch esoterisch erklärt werden.

  • Die Begriffe „Homöopathie“ und „Homöopath“ sind nicht geschützt. Jeder darf diese Begriffe verwenden.
  • Patienten können selbst erkennen, ob das Gespräch mit dem Behandler auf ihre körperlichen und psychischen Symptome ausgerichtet ist oder psychologische, philosophische oder spirituelle Bereiche anspricht.
  • Fragen ist immer erlaubt!
     

Literatur

  1. Würger 2013
     

PDF

PDF mit Literaturangaben

 

 

Startversion: 14.9.2017   
Autor: Friedrich Dellmour